Archiv für den Monat Februar 2017

Von Tieren lernen. Minding Animals Germany Mitglieder beim Literaturfest Mannheim

Am Dienstag, den 28. Februar sind mit Mara-Daria Cojocaru als Lyrikerin und Philipp von Gall als Wissenschaftler zwei Mitglieder von MAG beim Literaturfest "lesen.hören" vertreten. Der Abend bietet Raum für ein Zusammenspiel von Lyrik und Wissenschaft. Insgesamt vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen, "die eingefahrenen Gleise ihrer Fachrichtungen zu verlassen, Cojocarus Gedichte zu lesen und uns in Minimal-Vorträgen von ihrer Lektüre zu erzählen. Experimentierfreudig angereist sind dafür: Hanna Engelmeier, die sich damit beschäftigt hat, wie Darwins Lehren in Deutschland verstanden wurden, und jetzt über das Thema „Trost“ forscht, Philipp von Gall, der über „Tierschutz als Agrarpolitik“ nachdenkt, Christa Grewe-Volpp, die sich auf die ökokritischen und ökofeministischen Spuren von Cojocarus Gedichten begibt sowie der Science Slammer, Panama-Reisende und Mitarbeiter des Senckenberg Forschungsinstituts Sebastian Lotzkat, der als Autor mit seiner Liebeserklärung an die Schlange bekannt geworden ist. Durch den Abend führt als kundiger Conferencier Jan Wilm."Weiter hier: https://altefeuerwache.com/programm/termin/2017/februar/28/von-tieren-lernen-wissenschaftler-improvisieren-zu-gedichten/

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CFP „Das freie Tier hat seinen Untergang stets hinter sich“

CFP: „Das freie Tier hat seinen Untergang stets hinter sich“ – Tierethik in Kultur, Literatur und Unterricht
Tagung an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Institut für Germanistik
29. November – 01. Dezember 2017
Organisation: Björn Hayer und Klarissa Schröder
Hauptredner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Prof. Dr. Dagmar Burkhart (Universität Mannheim)
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gabriela Kompatscher-Gufler (Universität Innsbruck)
Dr. Friederike Schmitz (Freie Universität Berlin)
„Was ist das wichtigste Thema der Welt?“ fragte das ARD/WDR-Magazin „neuneinhalb“ 2014 ihre kindlichen Zuschauer und bat unter dieser offenen Fragestellung um Einsendung von Themenvorschlägen. Die nichtmenschlichen Lebewesen schafften es gleich zweimal auf das Siegertreppchen: Das wichtigste Thema der Welt sind ‚Tiere‘, dicht gefolgt von ‚Klimawandel/Klimaschutz‘ und ‚Tierschutz/bedrohte Tiere‘ im Speziellen (vgl. Pressebericht WDR, Juli 2014). Mit großer Wertschätzung und starkem Verantwortungsgefühl für ihre nichtmenschlichen Mitlebewesen zeigen sich diese jüngsten BürgerInnen sensibel und aufmerksam für den gesellschaftlichen und politischen Diskurs um die ethisch verantwortliche Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Tier, der in den letzten Jahren durch die mediale Berichterstattung über beklagenswerte Zustände in der Tierhaltung, Fleischskandale oder vermeidbare Tierversuche sowie populäre Bestseller wie Karen Duves „Anständige Essen: Ein Selbstversuch“ (2010) und Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ (2010) befeuert wurde.
Auch im wissenschaftlichen Bereich hat die Beschäftigung mit nichtmenschlichen Lebewesen durch das Aufkommen der Human-Animal-Studies neuen Aufwind erfahren. Im Zentrum des interdisziplinären Forschungsfeldes, das sich in der letzten Dekade auch in Deutschland etabliert hat, stehen kulturelle, soziale und gesellschaftliche Bedeutung nichtmenschlicher Tiere sowie die Vielfalt und Komplexität der Mensch-Tier-Beziehung. Das Interesse des akademischen Publikums zeigt sich derzeit in einem zunehmenden Tagungsangebot, einer Vielzahl von Publikationen und sich neu formierenden Netzwerken und Arbeitsgruppen.
Dürfen wir Tiere essen oder ganz allgemein für unsere Zwecke nutzen? Was sind wir Menschen den Tieren schuldig? Haben Tiere unabhängig von Menschen Bedürfnisse, Gefühle und sollten ihnen Rechte zugeschrieben werden? Fragen wie diese beschäftigen das philosophische Feld der Tierethik bereits seit jeher, das sich ebenso für literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf kulturelle Artefakte fruchtbar machen lässt. Doch trotz der aktuellen gesellschaftspolitischen Sensibilisierung scheinen die Aspekte
der Ethik mit jenen der Ästhetik noch nicht ausreichend verknüpft zu sein. Dasselbe gilt für den schulischen Horizont. Obgleich bei jungen Heranwachsenden ein hohes Interesse für nichtmenschliche Lebewesen besteht, wird das spezifische Verhältnis von Mensch und Tier unter didaktischen Gesichtspunkten bisher kaum debattiert.
Das Tier hat seinen festen Platz im Biologieunterricht oder in Fächerverbünden zu Natur und Umwelt, ethische Fragestellungen werden vorrangig im Philosophie- und Ethikunterricht behandelt. Doch scheint es, dass sich insbesondere der Literaturunterricht für eine Verhältnisbestimmung von Mensch UND Tier eignet. Literatur kann als Spiegel für diese Verhältnisbestimmung fungieren, durch Formen der Einfühlung ist es LeserInnen möglich, sich mit der Tierwelt zu verbinden. Dabei können Grundlagen des Zusammenlebens und gegenseitiger Abhängigkeit erforscht, Mitgefühl und Empathie mit nichtmenschlichen Lebewesen entwickelt und die Verantwortung als KonsumentIn sowie der eigene moralische Standpunkt kritisch reflektiert werden. Bisher nutzt der Deutschunterricht das große Potenzial einer solchen „tiersensiblen Lektüre“ bedauerlicher Weise noch nicht.
Das Institut für Germanistik der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau möchte deshalb mit einer Tagung vom 29.11.-01.12.2017 zur Diskussion und zum Austausch über tierethische Fragestellungen in verschiedenen Panelformaten sowie deren Integration in den Deutsch- bzw. Literaturunterricht herzlich einladen.
Neben Beiträgen zur Tierethik aus genuin philosophischer Sicht können Vorschläge, welche die Mensch-Tier-Beziehungen in den Kulturwissenschaften im Allgemeinen und der Literaturwissenschaft im Speziellen (Literary Animal Stadies) beleuchten, eingesendet werden. Zuletzt werden didaktische Beiträge für das Fach Deutsch begrüßt, die beispielsweise konkrete Praxisumsetzungen vorstellen, Textauswahlkriterien für eine ‚tiersensible Lektüre‘ diskutieren oder Rezeptionsweisen von literarischen Tieren untersuchen.
Wir freuen uns über Beiträge aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Zudem möchten wir mitunter Organisationen (auch Verbände und Praktiker) und ermutigen auch explizit LehrerInnnen oder LehramtsanwärterInnen zur Einsendung von Vorschlägen ermuntern.
Bitte schicken Sie ein Abstract mit kurzen biographischen Angaben bis zum 1.3.2017 an hayer und schroederk

CLAS-Kolloquium WS 16/17, Universität Würzburg

Montag, 6.2.17
Veranstaltungsort: Philosophiegebäude am Hubland, Raum Ü13
08:30 Marion Darilek (Tübingen): Desintegrationsstrategien im Reinhart Fuchs –
Grenzauflösungen im Bärenpelz (Kapiteldiskussion)
09:15 Sigold Richter (Münster): Formierung von Wissen und Wandel der Form im
Natur-Konzept des Strickers (Projektvorstellung)
10:00 Kaffeepause
10:30 Julia Weitbrecht (Kiel): Fabeln (Materialdiskussion/Thesenpräsentation)
11:15 Sebastian Schönbeck (Würzburg): Tiere in der Poetik der Aufklärung – Buffon
(Kapiteldiskussion)
12:00 Mittagspause
13:30 Adrian Robanus (Köln): Romantiere – zoologische Poetik bei Wieland und
Wezel (Kapiteldiskussion)
14:15 Mira Shah (Bern): Ästhetik, Affe und Affekt bei Goethe und ZeitgenossInnen
(Materialdiskussion/Thesenpräsentation)
15:00 Kaffeepause
15:30 Elisabeth Hamm (Paris): Kleist (Materialdiskussion/ Thesenpräsentation)
16:15 Esther Köhring (Würzburg): Tiere auf Bühnen des Wissens – Tier-werden, Tanzwerden
(Materialdiskussion/Thesenpräsentation)
17:00 Kaffeepause
17:30 Michaela Castellanos (Sundsvall/Schweden): Big Miracle (2012), Dolphin Tale
(2011), Dolphin Tale II (2014), (Materialdiskussion/Thesenpräsentation)
Im Anschluss gemeinsames Abendessen
Dienstag, 7.2.17
Veranstaltungsort: Philosophiegebäude am Hubland, Raum Ü13
09:00 Angelika Zirker (Tübingen): Tier(auto)biographien in England ab 1750
(Projektvorstellung)
09:45 Frederike Middelhoff (Würzburg): Auf den Hund gekommen: Hunde-
Autozoographien um 1900 (Kapiteldiskussion)
10:30 Kaffeepause
11:00 Alexandra Böhm (Erlangen-Nürnberg): Empathie mit Tieren in Texten der
literarischen Moderne (Kapiteldiskussion)
11:45 Ulrike Wiehr (Würzburg): Darstellungen von Tieren, Kindern, deren
Begegnungen und Beziehung(en) bei Boyer (Kapiteldiskussion)
12:30 Mittagspause
14:00 Qiongying Cai (Würzburg): Poetische Ornithologie. Vogelgedichte in der
deutschen Literaturgeschichte (Projektvorstellung)
14:45 Vanessa Schrader (Hamburg): Nature´s revenge – Tier-Terrorismus in Literatur
und Film (Projektvorstellung)
15:30 Ende
Das Kolloquium wird organisiert von Prof. Dr. Roland Borgards, Esther Köhring, Frederike Middelhoff und
ist eine Veranstaltung des Nachwuchsforschernetzwerks Cultural and Literary Animal Studies (CLAS)
an der Universität Würzburg. Weitere Informationen und Kontakt unter www.summerschool-clas.de

Tiere zwischen Leben und Tod: Bilder tierlicher Transformationen vom 15. – 21. Jahrhundert

Menschen und (andere) Tiere verbindet neben ihrer Lebendigkeit auch
ihre Verwundbarkeit und Sterblichkeit, die seit der Antike im Zentrum
theologischer, wissenschaftlicher und nicht zuletzt ästhetischer
Diskurse stehen. Die Transformations- und Werdensprozesse der
tierlichen Anderen zwischen Leben und Tod finden Eingang in die
europäische Bildkultur und führen dort zu dynamischen und mitunter
widersprüchlichen Darstellungen. Diese erreichen ihren spannungsreichen
Höhepunkt in paradoxen Zwischenfiguren, die das Übergangsstadium
zwischen Leben und Tod in einer Tiergestalt vereinen.

In unserem Workshop, der thematisch diejenigen Bilder behandeln möchte,
die Tiere an der Grenze zwischen Leben und Tod zeigen oder verschiedene
Lebensstadien in einer Tiergestalt verbinden, verfolgen wir die
zentrale These, dass diese Tierdarstellungen auch der
Auseinandersetzung mit dem menschlichen Werden und Dasein sowie der
eigenen Sterblichkeit dienen. Das Ziel unseres Workshops ist es, die
Frage auszuloten, inwiefern sich gerade Tiere und Darstellungen von
tierlichen Anderen dazu anbieten, die Übergänge von Leben und Tod
visuell zur Disposition zu stellen, und wie sich in diese Bilder nicht
nur der Umgang von Menschen mit sterbenden Tieren einschreibt, sondern
gerade durch diese geprägt wird.

Der Workshop ist ausdrücklich diskussionsorientiert ausgerichtet. Neben
20-minütigen Vorträgen, in denen Einblicke in Forschungsprojekte
vorgestellt werden, wird vor allem weitergehenden Diskussionen
ausreichend Raum gegeben.

PROGRAMM

Freitag, 17. Februar 2017

13.00 Uhr
Begrüßung

13.15 Uhr
Lukas R.A. Wilde (Tübingen):
Cartoon-Körper und sterbliche Tierwesen

14.00 Uhr
Irina Dudar (Köln):
Darstellungen der umgekehrten Jagd in Marginalien mittelalterlicher
Codices

14.45 Uhr
Kaffeepause

15.15 Uhr
Lisa Thumm (Hamburg):
Zwischen tierlicher Präsenz und symbolischer Repräsentation –
Erscheinungsformen der Heilig-Geist-Taube im späten Mittelalter und der
Frühen Neuzeit

16.00 Uhr
Marius A. T. Wittke (Tübingen):
Kröten, Schlangen und Gewürm. Divergenzen von Transformationsprozessen
des toten Leibes und animalischer Verwesungsikonographie

16.45 Uhr
Kaffeepause

17.15 Uhr
Maurice Saß (Hamburg):
Fatale Allianzen. Tierliche Opfer von Jagd und Kunst

18.00 Uhr
Andrea Haarer (Hamburg):
Formen im Werden. Überlegungen zu Victor Hugo und Meerschleim

Samstag, 18. Februar 2017

9.00 Uhr
Ninja Elisa Felske (Köln):
Stiere zwischen Leben und Tod: Die Polyvalenz des Stiersymbols bei
Pablo Picasso

9.45 Uhr
Tim Jegodzinski (Tübingen):
Zwischen Ethik und Ästhetik: Ting Tong Changs „Whence Do You Know the
Happiness of Fish?“ (2015)

10.30 Uhr
Kaffeepause

10.45 Uhr
Theresa Heßling (Hamburg):
Töten, um zu retten. Narrative des Naturschutzes in Habitat Dioramen um
1900

11.30 Uhr
Idis Hartmann (Tübingen):
Tot oder lebendig? Tierdarstellungen bei Hiroshi Sugimoto

12.15 Uhr
Mittagspause

13.15 Uhr
Marcel Finke (Tübingen):
„Sterben wie die …“. Fliegen in der Kunst

14.00 Uhr
Sebastian Dohm (Göttingen):
Vom Ei zum Imago – Das naturwissenschaftliche Bild der
Insektenentwicklung zwischen dem 15. und 21. Jahrhundert

14.45 Uhr
Abschlussdiskussion

VERANSTALTUNGSORT
Kunsthistorisches Institut, Raum XI
Eberhard Karls Universität Tübingen
Bursagasse 1
72070 Tübingen

<https://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/kunsthistorisches-institut/aktuelles/tagungen-und-workshops.html>

KONZEPT, ORGANISATION UND KONTAKT
Marius A. T. Wittke (Kunsthistorisches Institut Tübingen):
marius.wittke
Tim Jegodzinski (Kunsthistorisches Institut Tübingen):
tim.jegodzinski