Archiv für den Monat September 2014

LAST CALL am 30 September für Minding Animals III in Neu Delhi

CALL FOR ABSTRACTS
ABSOLUTE DEADLINE EXTENDED TO 30 SEPTEMBER

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Das Tier im Fokus einer neuen Humanität? PD Dr. Johann S. Ach am 3.10 in Münster

PD Dr. Johann S. Ach:
Das Tier im Fokus einer neuen Humanität?

Freitag, 3. Oktober 2014, 11 Uhr s.t.
Wolfgang Borchert Theater
Am Mittelhafen 10, 48155 Münster

Einladung zum Gespräch über aktuelle Fragen der Mensch-Tier-Beziehung:

Die Frage nach dem Tier rührt in den letzten Jahren erneut massiv an gesellschaftlichen Sensibilitäten. Bloße Forderungen nach einem „humanen“ Umgang mit Tieren bleiben schon deswegen aus philosophischer Perspektive unbefriedigend, da nicht konsequent zu Ende gedacht wird, was sich durch den Vergleich von Menschen und Tieren als Spezifikum des Menschen ergibt. Zwar vermutete schon Darwin, dass die Idee der Humanität als eine „der edelsten Tugenden, die dem Menschen eingepflanzt ist“ sich auf ihrem Höhepunkt befinden würde, wenn sie auf alle empfindenden Wesen ausgedehnt würde – eine kohärente Interpretation dieses Entwicklungsprozesses steht allerdings noch immer aus und von dessen Realisierung in der gesellschaftlichen Praxis sind wir nach wie vor weit entfernt. Insbesondere in der zeitgenössischen Philosophie gibt es nun verschiedene Ansätze, diese Entwicklungslogik der Moral auszubuchstabieren. Im Rahmen dieser Matinee sollen entsprechende Denkmuster und Handlungsmöglichkeiten präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter cfb und rottendorf . Einlasstickets gibt es auch online hier.
http://www.wolfgang-borchert-theater.de/news.html

4.-5. Dez.: Between Apes and Angels: Human and Animal in the Early Modern World

Host Institution and Venue: University of Edinburgh

Keynote speakers: Harriet Ritvo and Louise Hill Curth, with others including Ingrid Tague, Juliana Schiesari, Karen Edwards, Peter Edwards, Richard Almond & Susan Wiseman

Call for papers (close 31 October, 2014) – see conference blog: http://apesandangels.wordpress.com/cfp-2/

Further information regarding the conference, please visit the website or contact the organisers: Andrew Wells and Sarah Cockram at andrew.wells or s.cockram
Further details, see website: http://www.apesandangels.ed.ac.uk

15-17 Nov.: All Things Great and Small – Interdisciplinary Interspecies Community

All Things Great and Small: Interdisciplinary Interspecies Community
15-17 November, 2014: Sacramento, USA
Host: Nonhumans UC Davis Interdisciplinary Animal Studies Research Group

Keynote speakers: Frans de Waal
Venue: UC Davis campus, Sacramento
Inquiries: Ted Geier at: tegeier
Further details, see website: http://nonhumans.org/november-2014-conference/

25. Oktober: Animals: ethics, sustainability, sentience

Animals: ethics, sustainability, sentience
Host Institution: UK Centre for Human Animal Studies Conference

25 October, 2014: Ormskirk, Edge Hill University, UK
Keynote speakers: Elisa Aaltola, Jonathan Balcombe and Richard Twine

The Centre for Human Animal Studies (CfHAS) will be holding its inaugural conference on Saturday 25th October 2014 at Edge Hill University. The conference will also mark the official launch of CfHAS, the first centre of its kind in the UK. Reflecting the expansion and intellectual vibrancy in the fields of animal studies, Critical Animal Studies, human-animal studies, and the science of animal emotion and cognition, this conference will have three broad but intersecting thematic strands: ethics, sustainability and sentience.

Contact: Claire Molloy at: Molloyc
http://www.edgehill.ac.uk/cfhas/conferences/

Third Annual Animals and Society Lecture Series: Wild and Endangered

19-20 October, and 16-17 November, 2014: Los Angeles, USA
The 3rd Annual ‚Animals & Society‘ Lecture Series, which is themed this year ‚Wild & Endangered‘, is being held – for the first time – in two locations, both at the National Museum of Animals and Society and the University of Redlands.

The following lectures follow:
The Case Against Keeping Elephants in Captivity with Catherine Doyle
Sunday, October 19, Museum, 7:00-8:30 p.m. (Museum / Los Angeles)
Monday, October 20 Orton Center, 7:00-8:30 p.m. (University of Redlands)

The Natural Healers: Why Wild Horses Belong with Craig Downer
Sunday, November 16 Museum, 7:00-8:30 p.m. (Museum / Los Angeles)
Monday, November 17 Orton Center, 7:00-8:30 p.m. (University of Redlands)

Full details available at: http://www.museumofanimals.org/#/lectures-2014/4550748

Vortrag an der Universität Wien von Melanie Joy: Why We Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows – An Introduction to Carnism

Montag, 13.Oktober 2014, 19.00 Uhr c.t.

Campus der Universität Wien, Hörsaal A, Altes AKH, Spitalgasse 2

Dr. Melanie Joy ist Harvard-Absolventin und Sozialpsychologin. Sie lehrte Psychologie und Soziologie an der Universität Massachusetts Boston und ist Autorin des preisgekrönten Buches Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen. Dr. Joy ist Preisträgerin des Ahimsa Award des Institute of Jainology, welcher jährlich im Britischen Unterhaus vergeben wird. Zu den vorigen Preisträgern gehören Persönlichkeiten wie Nelson Mandela oder der Dalai Lama. Viele nationale und internationale Medien haben über Dr. Joys Forschung berichtet. Hierzu gehören u.a. die New York Times, BBC, ARD, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, ABC Australia, PBS, La Repubblica undder Österreichische Standard . Ihren Karnismus-Vortrag hat die gefragte Rednerin bereits in über 18 Ländern gehalten.

Dr. Melanie Joy verbindet Fragen der Tierethik, Psychologie und Soziologie und geht in ihrem Vortrag der Frage nach, warum wir Fleisch essen – und zwar nur von ganz bestimmten Tierarten. Warum wir also Hunde lieben und Schweine essen, obwohl es zwischen diesen Tierarten keinen wesentlichen Unterschied gibt, der eine derartige Ungleichbehandlung erklären könnte. Als Antwort auf diese Frage liefert Dr. Joy nach jahrzehntelanger Forschung das Konzept des sogenannten „Karnismus“. Mit diesem Begriff benennt Dr. Joy ein Glaubenssystem, das uns von klein auf darauf konditioniert unser Mitgefühl gegenüber jenen Tieren zu unterdrücken, die auf unseren Tellern landen. Weil Karnismus institutionalisiert ist – sich also durch die gesamte Gesellschaftsstruktur zieht – formt er unsere Gesetze, Wahrnehmungen und Gefühle gegenüber Tieren. Dr. Joy legt in ihrem Vortrag die Wirkungs- und Verteidigungsmechanismen des Karnismus offen und zeigt, wie diese unsere alltäglichen Entscheidungen zutiefst beeinflussen. Sie beschränkt sich aber nicht auf die Schilderung des Problems, sondern liefert auch inspirierende Lösungsansätze. Ihrem Publikum bringt sie dieses komplexe Thema auf unterhaltsame und anschauliche Weise nahe.

Der Vortrag findet innerhalb der Reihe „Vorlesungen zur Naturethik: Post-Anthropozentrismus – eine Debatte der Tierethik“ von Prof. Dr. Angela Kallhoff (Forschungsbereich Ethik und Angewandte Ethik, Institut für Philosophie, Universität Wien) und Prof. Dr. Grimm (Messerli Forschungsinstitut, Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung, Veterinärmedizinische Universität Wien, Universität Wien, Medizinische Universität Wien) statt.

Wir würden uns freuen, Sie beim Vortrag begrüßen zu dürfen! Bitte leiten Sie diese Einladung an alle Interessierten weiter.

Prof. Dr. Herwig Grimm,

Prof. Dr. Angela Kallhoff,

Dr. Judith Benz-Schwarzburg.

CFP Tierstudien 08/2015

Call for papers

Tierstudien 08/2015 – WILD

Herausgegeben von Jessica Ullrich

„The most alive is the wildest.“

Henry David Thoreau – Walking (1862)

Wildheit gehört zu den grundlegenden kulturellen Zuweisungen von Animalität, wobei nicht nur Raubtiere, sondern auch Barbaren, Kinder und Naturausschnitte als wild gelten können. Dabei wird das Wilde meist assoziiert mit dem Ungezügelten, mit Fremdheit und Sprachlosigkeit.

Für die einen ist der Teil der Natur wild, der nicht von Menschen kontrolliert werden kann, für die anderen der, der unterworfen und gezähmt werden muss. Als unkorrumpierte Natur kann Wildnis mit den dort heimischen Tieren Erholung bieten – oder aber Gefahren bergen.

Es existieren Skalen, um die spezifische Wildheit von Labormäusen zu testen und es gibt eine eigene Kategorie von Tieren, die landläufig einfach als „Wild“ bezeichnet und damit als jagdbar markiert wird. Dennoch bleiben die Definitionen von ‚wild’ und ‚Wildheit’ stets vorläufig und wandelbar. Denn was sind die epistemischen Unterschiede zwischen der Wildheit eines Wolfs, eines Dingos, eines Wildhundes, eines streunenden Hundes? Zuweilen verlaufen die Grenzen fließend und ein Haushund kann wild werden oder verwildern, ein Wolf kann gezähmt werden. Auch bestimmte Menschengruppen werden als ‚Wilde’ diffamiert, oft, aber nicht nur im kolonialen Kontext. So wurde das sogenannte ‚Wolfskind’ Victor, das ohne menschliche Kontakte aufwuchs und mühsam ‚domestiziert’ wurde, als „Wilder von Aveyron“ bekannt.

Wilde Tiere haben im Vergleich zu domestizierten Haustieren in der Obhut und im Besitz von Menschen andere, meist eingeschränkte Rechte („Füttern verboten“). Will Kymlicka und Sue Donaldson fordern jedoch in ihrer politischen Theorie der Tierrechte Zoopolis, die Souveränität von Wildtieren und deren Territorien anzuerkennen und zu schützen.

Wildheit kann sowohl als eine negative Figur der Aus- und Abgrenzung des Anderen und des Unzivilisierten konstruiert werden als auch als positive, vitale Qualität von ungezähmten Tieren (und Menschen). Gilles Deleuze und Félix Guattari verlachen gar die Freunde von Katzen und Hunden und respektieren nur wilde Tiere, solche die in Meuten, Rudeln und Schwärmen vorkommen und sich nicht zum ödipalen Familientier eignen. Und für Claude Lévi-Strauss ist die (hypothetisch) ganzheitliche, improvisierte und magische Weltanschauung sogenannter ‚Naturvölker’ schlicht „wildes Denken“.

‚Wild’ muss also keine Eigenschaft des Ausgeschlossenen sein, sondern kann zu einem (bewusst gewählten) Aktionsmodell mit subversiver Kraft werden. Es stellt sich hierbei u.a. die Frage, ob tatsächliche oder vorgebliche tierliche Wildheit zuweilen gar als Widerstand gegen Repräsentationsdispositive gelesen werden kann?

Wir suchen nach Beiträgen z.B. zum Umgang mit wilden Tieren in den unterschiedlichsten Kontexten, zu wilden Tieren als Denkfigur, zu Wildheit als philosophischem und sozialem Konstrukt oder kultureller Trope, zu „wilden Kindern“, Wildschutz, Wildlife Safaris, Auswilderung und Verwilderung – aber gerne auch zu anderen Phänomenen, die ‚Wildes’ kritisch beleuchten.

Erwünscht sind insbesondere Analysen von Literatur, bildender Kunst, Film, Theater, Musik und Populärkultur. Aber auch historische, philosophische, soziologische, psychologische, religionswissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Texte sowie naturwissenschaftliche Themen sind sehr willkommen.